17. März 2020, 22:29 Uhr

Pflichtaufklärung gefordert

17. März 2020, 22:29 Uhr

Straßburg - Deutschland muss nach Ansicht des Anti-Diskriminierungs-Ausschusses des Europarats (ECRI) mehr Aufklärungsarbeit gegen Rassismus leisten. In Schulen, Universitäten und bei der Polizei müssten entsprechende Kurse Pflicht werden, sagte die Finnin Reetta Toivanen, Mitautorin des gestern vorgestellten Berichts des Gremiums. Der Ausschuss warnte zudem vor weiteren rechtsextremen Angriffen und empfahl mehr Unterstützung und Befugnisse für die Anti-DiskriminierungsStelle des Bundes.

»Man muss mit verpflichtenden Kursen gegen Rassismus und Diskriminierung an die Unis gehen, von wo die meisten Mitarbeiter von Ministerien und Behörden kommen«, sagte Toivanen der Deutschen Presseagentur. Die Bundesländer sollten in ihre Bildungsgesetze und in ihre Lehrpläne Menschenrechte und Gleichbehandlung aufnehmen, fordert der Bericht.

Außerdem solle die Lehrerausbildung durch inklusive Unterrichtsmethoden in multikulturellen Klassen erweitert werden. Bei der Polizei seien verpflichtende Kurse besonders wichtig, um sogenanntem Racial Profiling entgegenzuwirken, sagte Toivanen. Dabei werden Menschen auf Grundlage von Stereotypen und äußerlichen Merkmalen überprüft. Opfer diskriminierender und rassistischer Gewalt trauten sich oft nicht zur deutschen Polizei, weil es an Vertrauen fehle. dpa

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