28. Juni 2020, 23:21 Uhr

Spendenmarathon bringt Milliarden gegen Corona

28. Juni 2020, 23:21 Uhr
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Von DPA

Brüssel/New York/Berlin - Im weltweiten Kampf gegen die Corona-Pandemie mobilisiert die Staatengemeinschaft Milliardenbeträge. Beim internationalen Spendenmarathon sind für Impfstoffe und Behandlungen neue Hilfszusagen in Höhe von 6,15 Milliarden Euro zusammengekommen. Allein die EU-Kommission und Deutschland sagten bei einer virtuellen Geberkonferenz am Samstag zusammen knapp 5,3 Milliarden Euro zu. Damit stiegen die bisherigen Hilfszusagen auf 15,9 Milliarden Euro. Zum Abschluss der virtuellen Geberkonferenz traten am Abend internationale Stars bei einem großen Online-Konzert auf.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem unglaublichen Ergebnis. Der Spendenmarathon sei ein bewegender und zugleich greifbarer Moment der Einigkeit zwischen Bürgern, Regierungen, Philanthropen, Gesundheitsorganisationen und Wirtschaftsführern.

Bayern plant Tests für alle Bürger

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte unterdessen vor einer zweiten Corona-Welle. »Wir müssen wirklich aufpassen«, sagte er in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. Bayern will als erstes Bundesland Corona-Tests für jedermann einführen - unabhängig davon, ob man Symptome hat oder einem besonderen Risiko ausgesetzt ist. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) kündigte am Sonntag eine »Corona-Testoffensive« an. Die Kosten will der Freistaat übernehmen, soweit das nicht etwa die Krankenkasse macht.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) reagierte zurückhaltend. »Umfangreiches Testen ist sinnvoll, insbesondere um regionale Ausbrüche schnell einzudämmen. »Allerdings ist ein Test immer nur eine Momentaufnahme.«

Leicht entspannt hat sich nach dem massiven Corona-Ausbruch in einem Tönnies-Fleischbetrieb auch die Lage im Kreis Gütersloh. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen haben bisher keine Anzeichen dafür, dass sich das Virus in größerem Umfang unter der übrigen Bevölkerung verbreitet hat. Der Kreis berichtete am Samstag, die Zahl der nachweislich Infizierten, die keinen direkten Bezug zur Tönnies-Belegschaft haben, sei zuletzt zwar »merklich« gestiegen. Das liege aber vor allem an der Ausweitung der Tests.

Im Skandal um Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie und nach den Corona-Ausbrüchen werden Vorgaben für die Branche verschärft. In Nordrhein-Westfalen muss die Fleischindustrie Beschäftigte künftig mindestens zweimal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen, wie das Landesministerium für Arbeit und Gesundheit in Düsseldorf mitteilte. Hintergrund der Maßnahme sind mehrere größere Corona-Ausbrüche in Schlachtbetrieben.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil kündigte in der »Welt am Sonntag« an, im Juli ein gerichtsfestes Gesetz zum Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit im Kernbereich der Branche vorlegen zu wollen. Das sei »juristisch anspruchsvoll, aber machbar«. dpa



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