01. März 2017, 23:32 Uhr

Studie zeigt positiven Trend

01. März 2017, 23:32 Uhr

Berlin (dpa). Fünfzehn Jahre nach dem »PISA-Schock« hat Deutschland die Chancen vieler Jugendlicher auf eine gute Schulbildung deutlich verbessert. Jugendliche mit Migrationshintergrund und Ausländer profitieren allerdings noch zu wenig von Fortschritten in den Bundesländern – so das Fazit des am Mittwoch in Berlin vorgestellten »Chancenspiegels 2017« der Bertelsmann-Stiftung. Gewerkschafter und Sozialverbände fordern deswegen mehr gemeinsame Anstrengungen von Bund, Ländern und Gemeinden für solche »Risikoschüler«.

Erfolge bei Inklusion

Während der Anteil aller Schüler ohne Abschluss seit 2011 von 6,2 auf 5,8 Prozent (2014) sank, stieg die Quote bei jungen Ausländern laut Studie im gleichen Zeitraum von 12,1 auf 12,9 Prozent. Vergleicht man die jetzige Situation mit der Lage im Jahr 2002, zeigt sich auch hier eine Besserung: Der Anteil aller Schulabgänger ohne Abschluss lag damals bei 9,2 Prozent, bei den Ausländern waren es 16,7 Prozent. Auch die im vorigen Dezember präsentierte neueste PISA-Studie hatte festgestellt, dass ein Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungschancen weiterhin vorhanden sei – die Kluft habe sich jedoch verkleinert.

Insgesamt ist das deutsche Bildungswesen seit dem PISA-Desaster von 2001 mit mise-rablen Ergebnissen im internationalen Vergleich laut »Chancenspiegel« moderner, leistungsfähiger und auch gerechter geworden. Viele Bundesländer hätten ihre Schulsysteme durchgelüftet und führten mehr junge Menschen zum Abitur – diese Quote stieg seit 2002 von gut 38 auf über 52 Prozent.

Zudem seien Sonderschüler mittlerweile besser integriert als im vergangenen Jahrzehnt, immer mehr besuchten fürs gemeinsame Lernen (Inklusion) eine reguläre Schule – die Quote stieg bundesweit von 13,3 (2002) auf 34,1 Prozent (2014). »Bei zunehmender Vielfalt in den Klassenzimmern gibt es in den Bildungssystemen aller Bundesländer Verbesserungen«, lobte Jörg Dräger von der Bertelsmann-Stiftung. Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte: »Die Länder müssen gemeinsame Bildungsstandards weiter ausbauen und festigen.« (Seite 4)

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