05. März 2019, 23:01 Uhr

Trauer um Klaus Kinkel

05. März 2019, 23:01 Uhr

Der frühere Bundesaußenminister und FDP-Chef Klaus Kinkel ist tot. Er starb am Montag im Alter von 82 Jahren, wie der heutige Parteichef Christian Lindner unter Berufung auf die Familie gestern mitteilte. Die Beisetzung soll auf Kinkels Wunsch im engsten Kreis stattfinden. »Er war ein aufrechter und bescheidener Mann mit Charakter, dessen freundschaftlichen Rat ich sehr geschätzt habe«, erklärte Lindner, der ihn als »väterlichen Freund« beschrieb. Kinkel gehörte über viele Jahre zu den engsten Mitarbeitern des früheren Außenministers Hans-Dietrich Genscher (ebenfalls FDP). Nach dessen Abschied aus dem Auswärtigen Amt übernahm er 1992 für sechs Jahre selbst das Ministerium. Kinkel war auch Vizekanzler der damaligen schwarz-gelben Koalition.

Juncker lobt großen Europäer

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte Kinkel als großen Liberalen und kompromisslosen Streiter für Freiheit und Demokratie. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) betrauerte in seinem Kondolenzschreiben an die Witwe Kinkels den Tod eines »Weggefährten, der sich in einer für unser Land und Europa bedeutsamen Zeit größte Verdienste erworben hat«. Er werde in Erinnerung bleiben als »ein hoch gebildeter, loyaler und warmherziger Freund«. Außenminister Heiko Maas (SPD) erklärte: »Klaus Kinkel wird uns und wird Deutschland fehlen.« EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte: »Uns verlässt ein deutscher Patriot und ein großer Europäer.«

Als »immer humorvoll, pragmatisch, bodenständig und vor allen Dingen auch unkompliziert« beschrieb ihn der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Buschmann. »Wer das Glück hatte, ihm persönlich begegnet zu sein, wird ihn nicht vergessen«, sagte der baden-württembergische FDP-Landeschef Michael Theurer. Die Grünen-Chefs Annalena Baerbock und Robert Habeck erklärten, mit Kinkel verliere Deutschland »einen versierten Außenpolitiker und aufrechten Verteidiger von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit«.

Kinkel wurde 1979 für vier Jahre Präsident des Bundesnachrichtendiensts, bevor er 1991 als Justizminister ins Bundeskabinett unter dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) wechselte. Im Jahr 1992 übernahm er von seinem langjährigen Weggefährten Hans-Dietrich Genscher das Außenamt. Nach dem Ende der schwarz-gelben Koalition 1998 gehörte er noch vier Jahre lang dem Bundestag an. (Seite 4)



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