05. Oktober 2017, 22:37 Uhr

Cyber-Angriffe nehmen zu Kurzmeldungen 220 Millionen Euro in Cent-Münzen Stada plant keinen Stellenabbau Mehr Recycling von Rohstoffen nötig Künstliche Intelligenz auf Vormarsch

05. Oktober 2017, 22:37 Uhr
Google Home Mini soll nach Vorstellung seiner Entwickler im Schlafzimmer als Wecker und Musikabspielgerät oder in der Küche als Rezeptvorleser dienen. (Foto: dpa)

Frankfurt/Main (dpa). Deutsche Unternehmen geraten nach eigener Einschätzung zunehmend ins Visier von Cyber-Kriminellen und Datendieben. Bei einer Umfrage unter 450 Firmen gaben 44 Prozent an, in den vergangenen drei Jahren konkrete Hinweise auf entsprechende Attacken entdeckt zu haben. Dies berichtete das Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY am Donnerstag. Es gebe gut dreimal so viele Betroffene wie noch vor zwei Jahren.

Besonders unter Druck sind den Angaben zufolge Großunternehmen mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz. Von ihnen hätten 57 Prozent konkrete Angriffe festgestellt. Nach Einschätzung von EY dürfte die Dunkelziffer allerdings höher sein. In jeder sechsten betroffenen Firma seien die kriminellen Handlungen nur zufällig aufgeflogen. Laut EY ist nach den jüngsten weltweiten Attacken die Sorge gewachsen: Gut drei von fünf Befragten bewerteten das Risiko, Opfer von Spionage und Cyber-Angriffen zu werden, als eher oder sehr hoch. Vor zwei Jahren hatte dieser Anteil noch bei 34 Prozent gelegen.

Mitte Mai hatte der »WannaCry«-Angriff über eine erpresserische Software Hunderttausende Computer in mehr als 150 Ländern mit dem Betriebssystem Windows infiziert. Betroffen waren damals vor allem Privatpersonen – aber auch Unternehmen wie die Deutsche Bahn und Renault oder das britische Gesundheitssystem NHS. Wenige Wochen später wurden weltweit die IT- und Kommunikationssysteme von Firmen durch die Schadsoftware »NotPetya« lahmgelegt.

»Die Gefährdung hat in jüngster Zeit noch einmal rapide zugenommen«, erläuterte EY-Experte Bodo Meseke. »Neben Geheimdiensten und Wettbewerbern tritt verstärkt die organisierte Kriminalität als Angreifer auf.«

Frauenquote – Die Aufsichtsräte deutscher Top-Konzerne sind nach Ansicht von Aktionärsvertretern trotz Frauenquote nach wie vor zu sehr von Männern dominiert. »Selbst bei den Gremien, die das 30-Prozent-Ziel einhalten, werden die wirklich machtvollen Positionen, also die Mitgliedschaften respektive Vorsitze in Ausschüssen oder gar die Posten als Aufsichtsratschef, in der Regel von Männern besetzt«, sagte Jella Benner-Heinacher, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), laut Redetext gestern in Frankfurt.

Strenge Regeln – Für Websites von Unternehmen gelten die gleichen strengen Regeln des Tabakwerbeverbots wie für Zeitungen und Nachrichtenportale im Internet. Dies entschied der Bundesgerichtshof (BGH) gestern in Karlsruhe. Das oberste deutsche Zivilgericht gab damit Verbraucherschützern Recht, die sich an einem Foto auf der Homepage des niederbayerischen Tabakproduzenten Pöschl störten.

Teure Pauschalreisen – Für Pauschalreisen müssen Urlauber beim Veranstalter Alltours im Sommer 2018 mehr zahlen. Im Schnitt erhöhen sich die Preise über alle Zielregionen hinweg gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent, teilte die Alltours-Gruppe am Donnerstag bei der Vorstellung ihres Programms in Düsseldorf mit.

ICE-Reise ohne Fahrkartenkontrolle – Im Fernverkehr der Deutschen Bahn könnte bald für viele Kunden die Fahrkartenkontrolle wegfallen. Zunächst will die Bahn dieses Angebot denjenigen Fahrgästen machen, die sich ein Handyticket mit Platzreservierung kaufen, wie das Unternehmen gestern bekannt gab. Derzeit läuft dazu ein Test auf den ICE-Strecken Dortmund-Stuttgart und Hamburg-München. Später könnte das System dann in allen ICE und Intercitys eingeführt werden.

Weihnachtsgebäck – Trotz der hohen Butterpreise müssen Verbraucher in der laufenden Saison nicht mit größeren Preissteigerungen bei Weihnachtsgebäck rechnen. Bislang sei es weitgehend nicht gelungen, den Preisanstieg bei Butter an den Handel weiterzugeben, sagte der Chef des Aachener Süßwarenherstellers Lambertz, Hermann Bühlbecker, gestern in Düsseldorf. Dank des kühlen Wetters sei die Nachfrage bei Lebkuchen und Co. zum Beginn der Saison bereits höher als im Vorjahr. (dpa)

Berlin (dpa). Einzeln sind sie wenig wert und vielen Bundesbürgern sogar lästig: Die Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Wie die »Saarbrücker Zeitung« gestern berichtete, haben die Deutschen in ihren Schubladen mehr als 15 Milliarden der kleinen Geldstücke herumliegen – im Gesamtwert von immerhin gut 220 Millionen Euro. Die Zeitung bezieht sich dabei auf Berechnungen der Grünen. Grundlage der Erhebung ist die Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Fraktion. Demnach sind hierzulande bisher circa 11,2 Milliarden Ein-Cent-Münzen ausgegeben worden. 80 Prozent davon würden gehortet oder seien verloren gegangen. Dies gelte auch für 75 Prozent der 8,6 Milliarden ausgegebenen Zwei-Cent-Stücke.

Bad Vilbel (dpa). Beim erst kürzlich von den Finanzinvestoren Bain und Cinven übernommenen Arzneimittelhersteller Stada aus Bad Vilbel soll es vorerst keine Stellenstreichungen geben. »Ich strebe derzeit keinen Personalabbau an, weder in Deutschland noch anderswo«, sagte der neue Unternehmenschef Claudio Albrecht der »Wirtschaftswoche«. Damit trat der Manager Sorgen von Arbeitnehmervertretern entgegen, die zuletzt infolge der Übernahme einen Jobabbau unter den weltweit rund 11 000 Mitarbeitern des MDAX-Konzerns befürchtet hatten. Frei werdende Stellen sollten nun bevorzugt intern besetzt werden, erklärte Albrecht.

Berlin (dpa). Für mehr Elektroautos muss laut einer Studie der Nachschub wichtiger Rohstoffe besser gesichert werden. Zwar gebe es weltweit genug Lithium, Kobalt, Graphit und Nickel für die Batterieproduktion, ergab die Untersuchung des Freiburger Öko-Instituts. Die Vorkommen würden aber möglicherweise nicht rasch genug erschlossen, sodass das Angebot speziell an Lithium und Kobalt zeitweise knapp werden könnte und die Preise so steigen dürften. Notwendig sei daher mehr Recycling, etwa durch feste europaweite Quoten.

San Francisco (dpa). Google will mithilfe künstlicher Intelligenz smartere Geräte für verschiedene Lebenslagen bauen und sich so von den großen Hardware-Rivalen Apple und Samsung abheben. Der Internet-Riese stellte am Mittwoch neben neuen Smartphone-Modellen auch zwei vernetzte Lautsprecher sowie eine kleine Kamera vor, die selbst entscheiden soll, wann sie einen Schnappschuss oder ein kleines Video aufnimmt. In den meisten Geräten ist auch der Google Assistant an Bord, mit dem sich der Nutzer unterhalten kann.

Seine Ambitionen im Smartphone-Geschäft untermauert Google mit neuen Modellen, die es mit teuren Konkurrenzgeräten von Apple und Samsung aufnehmen sollen. Ein Jahr nach seinen ersten »Pixel«-Smartphones stellte der Internet-Konzern am Mittwoch ein »Pixel 2« in ähnlicher Größe sowie eine XL-Version mit Sechs-Zoll-Bildschirm vor. Bei ihr füllt das Display fast die gesamte Frontseite des Geräts bis auf Streifen für Lautsprecher am oberen und unteren Ende aus.

»Fingerabdrücke« von Songs

Während Google bei den Geräten auf eher schlichtes Design setzt, soll die Expertise bei maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz den Unterschied machen. So ist in die Geräte der sprechende Google Assistant integriert. Die neue Funktion »Google Lens«, bei der Inhalte im Bild erkannt werden können, funktioniert zunächst nur in der Foto-App – später soll es aber reichen, einfach die Smartphone-Kamera zum Beispiel auf ein Objekt oder ein Gebäude zu richten.

Eine neue Anwendung für seine lernenden Maschinen findet Google bei der automatischen Musikerkennung: Bei eingeschalteter Funktion identifiziert das Telefon alle Songs, die in seiner Umgebung laufen, und blendet die Titel ein. Über die Benachrichtigungen können sie dann zum Beispiel bei der hauseigenen Videoplattform YouTube abgerufen werden. Zum Erkennen sind »Fingerabdrücke« von Zehntausenden Songs direkt auf dem Gerät gespeichert und werden wöchentlich aktualisiert. Eine Herausforderung für eine solche Funktion sei bereits schon, die Musik von Umgebungsgeräuschen zu unterscheiden, sagte Produktmanager Matt Kulick. Bei der Kamera bekommen die »Pixels« nun auch die zuvor von Apple eingeführte »Porträt«-Funktion, bei der der Hintergrund per Software verschwommen dargestellt wird. Dadurch sollen die Smartphone-Fotos denen von einer Spiegelreflexkamera ähnlich sehen. Zusätzlich wird der »Porträt«-Effekt auch für die Selfie-Kamera eingeführt – allerdings nur per Software erstellt. Ähnlich wie bei Apple gibt es auf den Telefonen nun auch »lebendige« Fotos, die einige Sekunden Bewegung einfangen.

Neben Smartphones gehört zum Angebot auch der smarte Lautsprecher Google Home. Davon gibt es neu eine Mini-Version zum Kampfpreis von 50 Dollar. Außerdem kündigte der Konzern das 399 Dollar teure Modell Google Home Max an, bei dem künstliche Intelligenz dabei helfen soll, den Hifi-Sound an den Raum anzupassen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Alltours Flugreisen GmbH
  • Apple
  • Beratungsunternehmen
  • Bundesgerichtshof
  • Bundesministerium der Finanzen
  • Cyber-Attacken
  • Cyberkriminelle
  • Deutsche Bahn AG
  • Fingerabdrücke
  • Google
  • Hermann Bühlbecker
  • Intelligenz
  • Künstliche Intelligenz
  • Lautsprecher
  • Naturstoffe und Naturmaterialien als Wirtschaftsgüter
  • Pauschalreisen
  • Personalabbau
  • Renault
  • Samsung Group
  • Stada Arzneimittel AG
  • YouTube
  • DPA
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen