01. Juni 2018, 22:18 Uhr

Deutsche Bank betont Stärke

01. Juni 2018, 22:18 Uhr

Frankfurt/Main (dpa). Eine Serie von Negativmeldungen zwingt die Deutsche Bank wie im Herbst 2016 zur Betonung ihrer Stärke. »Auf Konzernebene steht unsere Finanzstärke außer Frage«, schreibt Vorstandschef Christian Sewing in einer am Freitag veröffentlichten Botschaft an die Mitarbeiter des DAX-Konzerns. »Unsere Kredit- und Marktrisiken sind so gering wie selten. Spekulationen darüber, dass uns durch die politische Unsicherheit in Italien erhebliche Belastungen drohen könnten, sind vollkommen unbegründet.«

Am Donnerstag hatten Medienberichte, wonach Aufseher in den USA das US-Geschäft der Deutschen Bank zu einem »Problemfall« erklärt haben, die Aktie auf Talfahrt geschickt. Das Papier verlor zeitweise gut acht Prozent und schloss bei 9,157 Euro.

Am Freitag stufte dann auch noch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) das langfristige Emittentenrating für die Deutsche Bank um eine Stufe von »A-« auf »BBB+« herunter. Somit könnte es für die Bank mittelfristig teurer werden, sich am Markt Geld zu besorgen.

»Wir müssen liefern«

Die Analysten von S&P begründeten die schlechtere Bewertung der Kreditwürdigkeit damit, dass sie »erhebliche Umsetzungsrisiken« bezüglich der Strategie sehen und davon ausgehen, dass die Bank sich weiterhin schlechter entwickeln werde als Wettbewerber: »Die Deutsche Bank bleibt für einige Zeit ein negativer Ausreißer.« Zugleich äußerte sich S&P zuversichtlich, dass das Management die eingeleiteten Umbauschritte »mit Nachdruck umsetzen« und »das längerfristige Ziel eines stabileren und besser funktionierenden Geschäftsmodells erreichen wird«.

Sewing, der Anfang April zum Nachfolger von John Cryan befördert wurde, setzt beispielsweise im Investmentbanking den Rotstift an. Unter anderem das Aktiengeschäft soll schrumpfen. Vergangene Woche hatte das Geldhaus angekündet, die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern von derzeit gut 97 000 auf deutlich unter 90 000 senken zu wollen. »Wir müssen liefern – und zwar schnell und konsequent«, bekräftigte Sewing. Auch er habe »die schlechten Nachrichten satt«. Aber es gebe »keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen.«

Selbst im fernen Australien hat Deutschlands größtes Geldhaus Ärger: Dort droht die Wettbewerbsaufsicht ACCC mit einer Kartellklage im Zusammenhang mit einer 2,3 Milliarden Dollar schweren Platzierung von Aktien im Jahr 2015. Betroffen sind außer der Deutschen Bank die Citigroup und die Australia and New Zealand Banking Group (ANZ). Ein Sprecher der Deutschen Bank in Frankfurt erklärte, das Institut werde sich energisch gegen die Vorwürfe verteidigen.

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