12. Juli 2017, 22:07 Uhr

Küchenhersteller Alno insolvent

12. Juli 2017, 22:07 Uhr

Pfullendorf (dpa). Nach jahrelangem Kampf gegen die finanzielle Misere geht der schwäbische Küchenhersteller Alno in die Insolvenz. Das börsennotierte Unternehmen aus Pfullendorf wollte am Mittwoch einen entsprechenden Antrag einreichen, um sich in Eigenregie sanieren zu können. Der Vorstand habe sich zu diesem Schritt entschlossen, weil in Verhandlungen mit potenziellen Investoren und Gläubigern »zuletzt keine Einigung erzielt werden konnte«, hieß es in einer Mitteilung.

Großaktionär Tahoe, der erst seit Jahresbeginn das Sagen bei der Alno AG hat, stützt den Kurs und sieht den Sanierungsplan als Chance. Die IG Metall hingegen warf dem Management schwere Fehler vor.

Seit dem Börsengang 1995 hat Alno bis auf wenige Ausnahmen jedes Jahr Verluste gemacht. 28,5 Millionen Euro vor Steuern waren es im ersten Halbjahr 2016. Eine Bilanz für das Gesamtjahr hat das Unternehmen bisher nicht vorgelegt, dreimal wurde der Termin zur Veröffentlichung verschoben. Der Umsatz in den ersten fünf Monaten 2017 fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,8 Prozent.

Die Alno-Aktien brachen bis zum Mittwochnachmittag um mehr als 50 Prozent auf knapp 0,14 Cent ein und kosteten damit so wenig wie noch nie. 2018 wird eine Mittelstandsleihe in Höhe von 45 Millionen Euro fällig, die Alno ausgegeben hat – unter anderem auch an viele Kleinanleger. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) rechnet damit, dass sie durch die Insolvenz auch Geld verlieren werden. Es sei zu erwarten, dass von den Anleihegläubigern ein Beitrag zur finanziellen Sanierung der Gesellschaft abverlangt werde, hieß es. Der Geschäftsbetrieb der Kernmarke und der Tochterfirmen laufe vorerst unverändert weiter.

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