13. Juni 2017, 22:28 Uhr

Lufthansa zieht A380 ab

13. Juni 2017, 22:28 Uhr
Umzug der Riesen: Lufthansa will fünf A380-Maschinen von Frankfurt nach München verlegen. (Foto: dpa)

Frankfurt/München (dpa). Die Lufthansa verlegt fünf ihrer größten Flugzeuge von Frankfurt nach München. Die Maschinen vom Typ Airbus A380 sollen ab Ende März 2018 aus der bayerischen Landeshauptstadt nach Los Angeles, Hongkong und Peking starten, wie das Unternehmen gestern mitteilte.

Der Konzern setzt damit seine Ankündigung um, internationale Umsteigerverkehre von Frankfurt auf seine anderen Drehkreuze München, Wien und Zürich umzuleiten. Hintergrund ist unter anderem ein Streit mit dem Frankfurter Betreiber Fraport über die aus Lufthansa-Sicht zu hohen Passagiergebühren am größten deutschen Flughafen. Die übrigen neun A380 will Lufthansa weiterhin in Frankfurt betreiben.

Die Riesen-Jets mit einer Kapazität von 509 Plätzen ersetzen kleinere Maschinen vom Typ Airbus A340-600. In der Lufthansa-Konfiguration können in diesen Maschinen 297 Personen Platz finden. Die Kapazität des in München angebotenen Fernverkehrs steige damit um 17 Prozent, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Die A340-Jets hingegen werden nach Frankfurt verlegt.

Wartung weiter in Frankfurt

»Wir bedauern die Entscheidung der Lufthansa und halten sie für falsch«, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Die künftig eingesetzten A340 seien älter, kleiner und in Summe lauter als die A380. Es sei schon seit mehreren Jahren zu beobachten, dass Lufthansa Fernverbindungen auf ihre anderen Drehkreuze verlagere. Hier gehe es allerdings ausschließlich um Interkontinentalflüge, die mit den jüngsten Auseinandersetzungen um Gebührenrabatte für neue Anbieter nichts zu tun hätten. Die Entscheidung belege auch, dass sich Fraport für andere Anbieter öffnen müsse.

Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister verwies auf verbesserte interne Prozesse. »Das bedeutet, dass wir jetzt auch unsere Flugzeuge viel flexibler an unseren Standorten einsetzen können.« Die Fluggesellschaft will möglichst schnell in München Flugbegleiter und Piloten stationieren, die auf der A380 als größtem Passagierflugzeug der Welt zugelassen sind. In einer Übergangszeit würden Crews aus Frankfurt eingesetzt, erklärte ein Sprecher. Bis auf weiteres müssten die A380 zudem am Main gewartet werden, weil in München dazu die Infrastruktur fehlt.

Zusätzliche Verbindungen vom Flughafen in München soll es nach Chicago und Singapur geben, wie Lufthansa weiterhin über den Kurznachrichtendienst Twitter ankündigte. Frankfurt freilich ist für Lufthansa nicht abgehakt: Dort steht ab dem kommenden Frühjahr das kalifornische San Diego neu auf dem Lufthansa-Flugplan.

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