21. Mai 2019, 20:57 Uhr

Manchmal ist auch Tropenholz dabei

21. Mai 2019, 20:57 Uhr
Holzkohle für den Grill stammt am besten von heimischen Hölzern und aus legaler Waldbewirtschaftung. (Foto: dpa)

Berlin (dpa). Wer mit seinem Einkauf nicht die Umwelt gefährden will, hat es manchmal schwer. Ein Beispiel dafür ist Grillkohle. In sechs von 17 geprüften Holzkohlesäcken hat die Stiftung Warentest Holz aus den Tropen oder Subtropen gefunden. Eines der Produkte trägt sogar fälschlicherweise ein Siegel für Holz aus nachhaltiger und heimischer Bewirtschaftung. Und: Auf insgesamt neun Säcken fehlte ein Hinweis auf Herkunft oder Art des Holzes, heißt es in der Zeitschrift »test« (Ausgabe Juni 2019).

? Warum ist der fehlende Hinweis ein Problem?

Verbraucher wissen so nicht, ob nicht illegal geschlagenes Holz in den Kohlesäcken steckt - aus massenhafter Vernichtung von Regenwäldern beispielsweise. Allerdings: Die Hersteller von Holzkohle sind nicht verpflichtet, das Herkunftsland zu nennen. Und auch die Einfuhr von Holzkohle aus illegalem Raubbau ist an sich nicht verboten, erläutert die Stiftung Warentest. Eine entsprechende EU-Verordnung gegen illegales Holz gilt nicht für Grillkohle und Briketts.

? Wie kann ich Holzkohle aus legaler Bewirtschaftung erkennen?

Für legale und nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern stehen vor allem zwei freiwillige Siegel: PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) und FSC (Forest Stewardship Council). Die Label befinden sich im Supermarkt auf vielen Produkten: auf Zahnstochern, auf Verpackungen von Taschentüchern, Toilettenpapier und Tampons, auf Schulheften, auf Kochlöffeln - und eben auch auf Grillkohle. Beide Label gehen mit ihren Vorgaben teilweise über die Regulierungsmaßnahmen der EU-Gesetze hinaus, vor allem aber über die Vorschriften vieler anderer Länder. Die Siegel garantieren auch eine gute Behandlung der Menschen, die mit dem Wald zu tun haben. Die Stiftung Warentest empfiehlt neben diesen beiden Siegeln auch das Naturland-Label.

? Welche Alternativen gibt es zur Holzkohle?

Mittlerweile gibt es Briketts aus Kokosnussschalen oder aus Resten landwirtschaftlicher Abfälle. Hier entsteht Brennmaterial etwa aus Olivenkernen, Maiskolben oder abgeschnittenen Weinreben. Die Produkte sind vor allem in Bio- oder Ökomärkten und online zu finden. Und natürlich kann man mit Gas grillen.

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