12. Dezember 2019, 22:05 Uhr

Rückkehr zur Meisterpflicht

12. Dezember 2019, 22:05 Uhr
Die Handwerkskammern in Rheinland-Pfalz begrüßen die für Anfang 2020 geplante Wiedereinführung der Meisterpflicht für zwölf Berufsgruppen, fordern aber weitergehende Schritte zur Förderung der Ausbildung. FOTO: DPA

Berlin (dpa/AFP). Der Bundestag hat die Rückkehr zur Meisterpflicht in vielen Berufen beschlossen. Das Parlament verabschiedete am Donnerstag Änderungen der Handwerksordnung. Die Meisterpflicht wird damit für insgesamt zwölf Gewerke wiedereingeführt - darunter sind etwa Fliesen- und Parkettleger, Rollladentechniker oder Orgelbauer. Bestehende Betriebe, die derzeit nicht der Meisterpflicht unterliegen, dürfen auch weiterhin ihr Handwerk selbstständig ausüben und sollen einen Bestandsschutz erhalten.

Im Jahr 2004 war in mehr als 50 Berufen die Meisterpflicht weggefallen. Mit der Reform der Handwerksordnung wollte die Bundesregierung damals einfachere Tätigkeiten für Selbstständige öffnen. Bis dahin durften diese Betriebe nur von ausgebildeten Handwerksmeistern geführt werden.

Beitrag zum Kulturerbe

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bezeichnete die Rückkehr zur Meisterpflicht als gute Nachricht für das Handwerk und die Kunden. Die Zustimmung zum Handwerk werde in der Bevölkerung weiter wachsen. Die Branche leiste zudem einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung.

Der FDP-Abgeordnete Manfred Todtenhausen sagte mit Blick auf einen entsprechenden Antrag der AfD, eine vollständige Rückkehr zur Meisterpflicht in allen Gewerken wäre »Folklore«. Dies wären Lösungen von gestern.

Meisterpflicht bedeutet, dass ein entsprechender Betrieb nur mit einem Meistertitel geführt werden darf. Grundsätzlich unterliegt ein Handwerk dieser Pflicht dann, wenn es sich um eine »gefahrgeneigte« Tätigkeit handelt und eine Regelung zum Schutz von Leben und Gesundheit erforderlich ist. Darüber hinaus soll die Reglementierung zur Wahrung des materiellen und immateriellen Kulturerbes beitragen. Die Neuregelungen, die im Koalitionsvertrag vereinbart waren, sollen innerhalb von fünf Jahren beurteilt werden.

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