05. November 2019, 20:43 Uhr

Verlorener Kampf gegen Amazon und Co?

05. November 2019, 20:43 Uhr
An der Initiative vom »Internet-Händler von nebenan« häufen sich Zweifel von Handelsexperten. (Foto: dpa)

Wuppertal (dpa). Sie heißen Flensburg-Shopping.de, Online-City Wuppertal oder Kauf-im-allgaeu.de. Mit lokalen Internet-Marktplätzen und digitalen Schaufenstern versuchen zahlreiche Städte und Gemeinden dem Siegeszug des Online-Handels etwas entgegenzusetzen. Doch es mehren sich bei Handelsexperten Zweifel an der Wirksamkeit der gut gemeinten Initiativen.

»Der Versuch, durch lokale Online-Marktplätze die Innenstädte zu beleben, ist gescheitert«, urteilt etwa der Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. Seine Erklärung dafür: »Lokale Marktplätze funktionieren im Internet einfach nicht. Es fehlt ihnen an allem, was das Einkaufen im Internet attraktiv macht, von der großen Auswahl bis zu den günstigen Preisen.«

Dieses düstere Bild teilen natürlich nicht alle Beteiligten. Roman Heimbold, der mit seinem Unternehmen Atalanda allein in Deutschland insgesamt 19 Online-Marktplätze zwischen Alfeld (Leine) in Niedersachsen und Freilassing in Bayern betreut, wehrt sich dagegen, den Erfolg der Online-Marktplätze auf die im Internet erzielten Umsätze zu reduzieren. Auf den von Atalanda betreuten Marktplätzen seien inzwischen zusammen um die 1000 Teilnehmer vertreten. Doch nur jeder Zehnte davon biete tatsächlich im Netz Produkte zum Verkauf an.

Für viele Händler und insbesondere für Dienstleistungsunternehmen sei es viel wichtiger, im Internet sichtbar zu werden. »Wir arbeiten vor allem mit kleineren und mittleren Unternehmen zusammen und viele davon sind beim Thema Digitalisierung noch sehr entwicklungsbedürftig«, betonte er. Der Auftritt auf dem lokalen Marktplatz könne ein erster Schritt sein, um später seine Waren auch auf Amazon oder Ebay anzubieten.

Eine aktuelle Marktanalyse des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI zeigt, dass die lokalen Marktplätze im Online-Handel bislang keine nennenswerte Rolle spielen. »Kein Einziger von ihnen hat es in unser Ranking der 1000 größten Online-Händler geschafft. Sie tun sich sehr schwer«, berichtet EHI-Experte Lars Hofacker. Für einen Abgesang auf die Online-Marktplätze scheint es dennoch zu früh. Heimbold plant für dieses und das nächste Jahr den Start weiterer lokaler Marktplätze. Und auch Hofacker meint: »Für einen Händler, der keine Erfahrung mit dem Internet-Handel hat, sind Online-Marktplätze eine gute Möglichkeit, erste Erfahrungen zu sammeln.«

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