15. August 2019, 22:37 Uhr

Zusatzpasswort und Fingerabdruck

15. August 2019, 22:37 Uhr
Das Bezahlen beim Einkaufen im Internet soll sicherer werden. Nicht nur Verbraucher, auch Kreditinstitute und Online-Händler müssen sich rechtzeitig darauf einstellen.

Frankfurt/Main (dpa). Mit wenigen Klicks im Internet shoppen und bequem mit der Kreditkarte zahlen - ab Mitte September wird das komplizierter. Neben den Daten auf der Kreditkarte sollen Käufer sich auch mit einem weiteren Sicherheitsmerkmal wie einem Zusatz-Passwort oder einem Fingerabdruck per Smartphone identifizieren. Mancher Einkauf könnte dadurch scheitern, weil die Zahlung nicht abgewickelt werden kann - so jedenfalls die Befürchtung des Handels. Denn bei der Umsetzung der neuen Vorgaben knirscht es gewaltig.

Die EU will für mehr Sicherheit beim Onlinebanking und Bezahlen im Netz sorgen. Die Regeln der EU-Zahlungsrichtlinie (PSD 2), die ab 14. September gelten, sollen Betrügern das Leben schwerer machen. Verbraucher müssen sich beim Bezahlen und bei Bankgeschäften im Internet daher zusätzlich identifizieren - Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Bisher genügte die Nummer der Kreditkarte, deren Ablaufdatum und der dreistellige Prüfcode beim Bezahlen im Netz, ein zusätzliches Element ist aus Sicherheitsgründen erforderlich. Jetzt muss noch ein zweiter Faktor hinzukommen, zum Beispiel eine TAN (Transaktionsnummer), ein Passwort, ein per Smartphone übermittelter Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Die bei einigen Banken noch verwendeten TAN-Listen auf Papier sind nicht mehr erlaubt.

Viele Händler könnten ihre Internetshops nicht rechtzeitig umstellen, auch gegenüber den Kunden bestehe noch Aufklärungsbedarf, sagt Ulrich Binnebößel vom Handelsverband Deutschland (HDE). »Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist deutlich komplizierter, die wenigsten Verbraucher kennen sie. Der Handel muss sie den Kunden erklären, weil die Banken diese Aufgabe teilweise nur unbefriedigend erfüllen«, kritisiert Binnebößel. Der HDE fordert eine einheitliche Übergangszeit von 18 Monaten in der Europäischen Union. Eine Verschiebung gilt aktuell jedoch als wenig wahrscheinlich. Bleiben also nicht mehr allzu viele Wochen bis zum Start am 14. September.

Zwar wissen Handel, Zahlungsdienstleister und Kreditinstitute seit Verabschiedung der EU-Richtlinie im Jahr 2015 von den neuen Anforderungen. Doch die technischen Details habe die Europäische Bankenaufsicht (EBA) erst im März 2018 veröffentlicht, diese hätten weitere Fragen nach sich gezogen, beschreibt Binnebößel die Situation.

Der Teufel steckt wie immer im Detail. Banken und Sparkassen, die Kreditkarten ausgeben, legen das zusätzliche Sicherheitselement fest. Sie entscheiden, ob ihre Kunden beim Bezahlen mit der Karte im Netz zusätzlich ein Passwort, einen Fingerabdruck oder einen Code verwenden müssen, den sie per SMS bekommen. Der HDE befürchtet, dass vor allem kleine Onlinehändler unter Druck geraten und Kunden genervt abwandern. (Foto: dpa)

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