18. August 2017, 14:44 Uhr

Plädoyer für Kirschlorbeer

Was Vorzüge hat, hat auch Nachteile: Der Kirschlorbeer gehört zu den beliebtesten Heckenpflanzen in Deutschland. Zugleich kritisieren ihn aber auch viele Gartenprofis. Die Lösung kann eine durchdachte Auswahl der Sorte sein.
18. August 2017, 14:44 Uhr
Die Kirschlorbeer-Sorte »Otto Luyken« bildet schöne kleine Hecken. Sie wächst aber stark in die Breite. (Foto: dpa)

Der Kirschlorbeer kommt mit fast allen Bodenarten zurecht, und er wächst rasend schnell zur Hecke heran. Seine Vorteile liegen auf der Hand – trotzdem ist das unter Hobbygärtner beliebte Gehölz bei Profis ein wenig umstritten. »Das Gehölz ist leicht zu kultivieren und preiswert«, sagt August Forster, Präsident des Bundesverbands Garten- und Landschaftsbau. So lässt sich ein neuer Garten schnell umgrenzen. »Dabei werden leider die längerfristigen Folgen übersehen.« Die Sträucher haben große immergrüne Blätter, was aus Sicht der Gartengestalter Langeweile und Monotonie bedeutet. Das gilt auch aus ökologischer Sicht: Der Strauch bietet wenig Mehrwert. Außerdem gerät das starkwüchsige Gehölz schnell aus der Form. Und es erleidet im Winter durchaus Frostschäden, ergänzt Forster.

Viele Probleme lassen sich aber mit der richtigen Pflege und Auswahl bestimmter Sorten umgehen. »Eine Sorte, die in Süddeutschland gut wächst, kann im Bergischen Land beispielsweise frostgefährdet sein«, erklärt Oliver Fink, Vorsitzender des Verbands der Gartenbaumschulen. Seinen Angaben zufolge gibt es im Angebot der Baumschulen bis zu 20 Sorten – »sodass man auf jedenfall etwas Passendes finden wird«. Hobbygärtner sollten sich um diese Informationen beim Kauf bemühen. Beliebt sind aktuell Sorten, die einen schlanken und langsamen Wuchs haben. Forster rät zu der Sorte »Etna«, die schwächer in die Höhe schießt.

Unter den neuen Sorten hat etwa »Kleopatra« recht mäßige Zuwachsraten und »Genolia« einen sehr schlanken Wuchs. Bewährt habe sich die Sorte »Lusitanica«, berichtet Fink. Sie ist schlank, gut winterhart, mäßig wüchsig und außerdem gut formbar. Breitbuschig wird »Otto Luyken«. »Mit dieser Sorte kann man kleine, kniehohe Hecken gestalten, aber man muss ausreichend Platz für den Zuwachs in der Breite lassen«, erklärt Fink.

Er rät, vor allem auf einen guten Boden zu achten. ›Mount Vernon‹ hat sich ebenfalls bewährt«, ergänzt Forster. Ihr Laub trägt frisches Grün, wird eher länglich und schmal. »Diese niedrige Sorte ist einer der wenigen Bodendecker«, ergänzt Fink. Mit einer maximalen Höhe von 30 Zentimetern deckt die bis zu 60 Zentimeter breite Einzelpflanze eine Fläche gut ab und verhindert dabei, dass Unkraut durchkommt.

Der ideale Standort für den Kirschlorbeer liegt im Halbschatten. Für richtig schattige Plätze sollten Hobbygärtner auf starkwüchsige Sorten zurückgreifen, empfiehlt Fink. Allerdings: Etwa unter Bäumen kann der Druck durch die Wurzeln der Gehölze auf den Kirschlorbeer eine Rolle spielen. »Man muss den Boden akribisch aufbereiten, damit die Sträucher gut einwachsen können«, rät der Baumschulgärtner.

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