15. September 2017, 14:07 Uhr

Hoffnung für das Welterbe Ausländische Kinofilme vorn Mehr Transparenz Reingeschaut

15. September 2017, 14:07 Uhr
Trümmerfeld in Palmyra.

Palmyra galt in der Antike als eine der schönsten Städte. Schon bevor sie römische Kolonie wurde, hatte sie eindrucksvolle Plätze, Häuser, Tempel in weitem Umkreis. Unter Archäologen gilt sie als Juwel, für Historiker als Schmelztiegel der Kulturen in der syrischen Wüste. Die UNESCO erklärte sie 1980 zum Weltkulturerbe. All das hat die Terrormiliz Islamischer Staat vermutlich nur noch mehr provoziert, Palmyras antikes Erbe auszuradieren. Im Mai 2015 haben die islamistischen Kämpfer die Stadt erobert. Seitdem ist Palmyra eines der Beispiele für den Terror, der Menschen genauso ermordet, wie er Kulturgeschichte zerstört.

Palmyras antike Säulen sind von Einschusslöchern zersiebt, etliche Gebäude aus römischer Zeit haben die IS-Kämpfer komplett gesprengt, darunter den berühmten Bel-Tempel. Und jetzt? Wie könnte Palmyras Zukunft aussehen? »Die Rettung Palmyras« ist der optimistische Titel einer sehenswerten Dokumentation aus der ZDF-Reihe »Terra X« (Sonntag, 17. September, 19.30 Uhr), die sich mit diesen Fragen beschäftigt und interessante Antworten findet.

Palmyra gehört nicht zu den Welterbestätten, die viele Touristen schon besucht haben. Die ZDF-Doku (Buch: Alexander Hogh, Regie: Martin Papirowski) nimmt sich daher Zeit, die ungewöhnliche Geschichte der antiken Wüstenstadt zu erzählen, die bis 2000 vor Christus zurückreicht, als Nomaden eine Siedlung anlegten und Palmyra bald zur wichtigen Oase für Handelskarawanen wurde.

Seine Bewohner galten bereits in vorrömischer Zeit als erfolgreiche Händler mit Kontakten bis nach Italien und Spanien oder sogar nach China, woher die begehrte Seide importiert wurde. Heute boomt der Handel mit illegalen Kulturgütern aus Palmyra. Es gibt Hinweise, dass die IS-Terroristen, die Palmyras Museum verwüstet haben, daran beteiligt sind.

Unter den Römern war Palmyra ein Treffpunkt der Kulturen. Der Bel-Tempel, 32 nach Christus eingeweiht, war auch architektonisch eine Verbindung von Elementen aus Orient und Okzident – der IS hat ihn zerstört. Eines der antiken Theater nutzten die Terroristen 2015 als Bühne für ein grausames Schauspiel: Sie ermordeten dort 25 Soldaten der syrischen Regierungstruppen. Und sie brachten auch Kaled Assad um, den 83-jährigen Direktor der Antikenverwaltung.

Inzwischen machen sich Wissenschaftler ein Bild davon, wie stark die Zerstörungen sind, mithilfe moderner Technik: Satellitengestützte Fernerkundung gehört dazu. Mit solchen Bildern, die mit früheren Ansichten oder Fotos verglichen werden, lässt sich dokumentieren, was verschwunden ist und was noch steht. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt ist daran ebenso beteiligt wie das Deutsche Archäologische Institut (DAI), das das Projekt »Stunde Null« zur Rettung Palmyras ins Leben gerufen hat.

Riesige Baustelle

Eines der Ziele ist, ein digitales Kartenmodell zu allen Gebäuden, Fundamenten und Grabungsstellen herzustellen. Dokumentation ist das eine, Rekonstruieren noch einmal etwas anderes. Mithilfe eines 3-D-Druckers haben Wissenschaftler in London einen antiken Ehrenbogen bereits reproduziert. Aber soll man Palmyra aus dem 3-D-Drucker wieder auferstehen lassen? Das ist nicht nur unter Archäologen umstritten.

Prof. Friederike Fless, Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts, stellt sich Palmyra in 20 Jahren jedenfalls als riesige Baustelle mit zahlreichen Renovierungs- und Restaurierungsprojekten vor. Palmyra könnte zu einem Symbol des Neuanfangs in Syrien werden – noch aber ist das Schicksal der Stadt offen. dpa

Deutsche Kinoproduktionen sind im deutschen Fernsehen in der Minderheit. Die Mehrzahl der in der ersten Jahreshälfte ausgestrahlten Spielfilme seien Auslandsproduktionen gewesen, teilte die Marktforschungsfirma Media Control mit. Bei insgesamt 16 untersuchten Sendern lag der Anteil deutscher Produktionen in fast allen Fällen deutlich unter 50 Prozent. Nur beim Südwestrundfunk (SWR) waren deutsche Kinoproduktionen mit einem Anteil von 55,3 Prozent in der Mehrheit. Am anderen Ende der Skala lag der Sender RTL, der ausschließlich Spielfilme mit ausländischer Herkunft ausstrahlte. In der ARD lag der Anteil deutscher Filme bei rund 18,8 Prozent, beim ZDF waren es 10,6 Prozent.

Bei den privaten Sendern Sat.1 (10,9 Prozent), ProSieben (0,4 Prozent) und kabel eins (3,0 Prozent) waren deutsche Produktionen ebenfalls in der Minderheit. Die dritten ARD-Programme strahlten zwischen 19 (Mitteldeutscher Rundfunk) und 55 Prozent (SWR) deutsche Produktionen aus. dpa

Die ARD setzt beim Thema Kosten verstärkt auf Transparenz. Auf der ARD-Website sind nun eine Reihe von Details nachzulesen, wofür das Geld aus den Etats aller ARD-Sender von jährlich rund 5,6 Milliarden Euro ausgegeben wird. Die in diesem Monat erstmals veröffentlichten Angaben sollen künftig regelmäßig aktualisiert werden, sagte ein ARD-Sprecher dieser Tage. Ein Teil der Zahlen war auch vorher schon online einzusehen, wenn auch in weniger übersichtlicher Form. Zu den neuen Daten gehören die Ausgaben für Sport-Moderatoren und -Experten. Während der Fußball-Europameisterschaft im Sommer 2016 hatte es eine Debatte darüber gegeben, wie viel Honorar Sportexperten wie Mehmet Scholl bei der ARD oder Oliver Kahn beim ZDF bekommen.

Auf der Website ist nun nachzulesen, dass die ARD in der Saison 2015/2016 an 21 Sportmoderatoren im Ersten insgesamt 1,88 Millionen Euro gezahlt hat. An acht Experten gingen im gleichen Zeitraum 1,2 Millionen Euro. Details, welcher Sportexperte wie viel bekommen hat, finden sich dort nicht. Das sei aus rechtlichen Gründen auch künftig nicht ohne Weiteres möglich, so der ARD-Sprecher.

Infos zu Gehältern

Die ARD hatte bereits 2016 den Verfassungsrechtler Paul Kirchhof mit einem Gutachten dazu beauftragt, wie viel Transparenz die ARD in solchen Fragen brauche und was sie öffentlich machen dürfe. Die Ergebnisse sollen in der kommenden Woche vorgestellt werden.

Übersichtlich nebeneinander stehen unter ard.de außerdem die Angaben zu den – großteils schon vorher bekannten – Jahresgehältern aller Intendanten der Landesrundfunkanstalten. Tom Buhrow, an der Spitze des größten ARD-Senders, des Westdeutschen Rundfunks (WDR), bekommt mit 399 000 Euro am meisten. Die Intendantin des MDR, Karola Wille, die gleichzeitig bis Jahresende ARD-Vorsitzende ist, erhält pro Jahr 275 000 Euro. Die promovierte Juristin hatte bereits zu Beginn ihrer Zeit an der ARD-Spitze angekündigt, dem Thema Transparenz mehr Gewicht beimessen zu wollen. Einige Daten sind noch nicht online zu finden, sollen aber nachgereicht werden, sagte der ARD-Sprecher. Dazu gehören die Gehälter der ARD-Direktoren.

Das ZDF stellt bereits seit 2013 Informationen zu Gehältern von Führungskräften online, wie ein Sprecher des Senders erklärte: ZDF-Intendant Thomas Bellut etwa erhielt 2015 Jahresbezüge von 319 920 Euro. Auf der ZDF-Seite lässt sich auch nachlesen, was der ZDF-Justiziar, Chefredakteur und Programmdirektor verdient. Weitere Daten, ähnlich wie bei der ARD, etwa zu Produktionskosten für Serien, gibt es auf dem sogennanten Transparenzportal des Senders mit Sitz in Mainz. dpa

Nix wie raus!

Es ist einer dieser Filme, die in der Videothek ständig ausgeliehen sind: »Get Out« ist jetzt schon einer der Überraschungshits des Jahres. Gerade einmal 4,5 Millionen Dollar hat das Debüt von Regisseur Jordan Peele gekostet und hat alleine in den USA 170 Millionen Dollar eingespielt. Von den Kritikern gefeiert wird der HorrorThriller sowieso. Da kann ich mich nur anschließen:

Zum Inhalt: Fotograf Chris (Daniel Kaluuya) ist jetzt schon eine ganze Weile mit Freundin Rose (Allison Williams) zusammen. Nun muss er sich der Familie seiner Angebeteten stellen: Der erste Besuch bei seinen Schwiegereltern in spe steht auf dem Programm. Chris fühlt sich bei dem Gedanken an das kommende Wochenende so überhaupt nicht wohl. »Wissen Deine Eltern, dass ich schwarz bin?«, fragt er Rose. »Sollten Sie?«, fragt sie zurück. Er müsse sich nun wirklich keine Sorgen machen, beschwichtigt sie. Ihr Vater hätte Obama auch ein drittes Mal gewählt. Na wenn das kein Argument ist...

Oberflächlichkeiten

Und tatsächlich erweisen sich die Befürchtungen von Chris anfangs als unbegründet. Die Eltern von Rose empfangen den »Neuen« sehr herzlich. Doch schnell wird klar, dass hier nur Höflichkeiten ausgetauscht werden. Unterschwellige Aggressionen werden spürbar und treten offen zutage, als Chris im lockeren Plausch erwähnt, dass er ab und zu eine Zigarette raucht. Darüber sind Mum und Dad überhaupt nicht erfreut...

Und in diesem Stil geht es weiter. Der Bruder von Rose ist von Anfang an überhaupt nicht nett und beleidigt Chris beim gemeinsamen Abendessen. Aber damit nicht genug: Die Bediensteten der Familie Armitage sind allesamt schwarz und benehmen sich seltsam unterwürfig. Und als Roses Mutter Chris per Hypnose das Rauchen abgewöhnen möchte, beginnt für den Gast der Albtraum erst so richtig.

Unerwartete Wendungen

»Get out« ist ein äußerst clever gemachter Film über Rassismus in den USA, der mit ungewöhnlichen Wendungen fesselt. Immer dann, wenn der Zuschauer denkt, einen solchen Horrorstreifen schon zigmal gesehen zu haben, biegt der Film in eine andere, unvorhergesehene Richtung ab. Und mindestens alle fünf Minuten sitzt man vor dem Fernsehen und denkt oder ruft: »get out«, »verschwinde bloß«. Auch beim großen Finale empfiehlt es sich, ganz genau aufzupassen. Denn der Regisseur überrascht hier – eher so nebenbei – mit einem echten Kracher, der einem den Mund kurz offen stehen lässt.

Nichts für schwache Nerven, spannend bis zur letzten Minute, witzig, bedrohlich und teilweise auch blutig – wie ein Puzzle, das sich ganz langsam zusammensetzt. Beste Unterhaltung, die man sich nicht entgehen lassen sollte – sofern man mindestens 16 Jahre alt ist.... Gerd Chmeliczek

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