21. Juli 2017, 16:31 Uhr

Von Macht und Gefühlen

21. Juli 2017, 16:31 Uhr
Maria Furtwängler bei der Vorstellung der Studie. (Foto: dpa)

Wie komme ich wieder aus dieser Maschine heraus, dachte sich Maria Furtwängler, nachdem sie vor dem Start die Stimme der Flugkapitänin hörte. Die »Tatort«-Kommissarin erinnerte sich an diese Sekunden der Panik, als sie die Tage in Berlin eine Studie zur Darstellung von Mann und Frau in Film und Fernsehen vorstellte. Nur Männer, so beschrieb die Schauspielerin ihren damaligen Reflex im Flugzeug, könnten für Sicherheit sorgen und hätten alles im Griff. Ähnliche Vorurteile herrschten heute in deutschen TV- und Kinofilmen.

Nach der von Furtwängler und ihrer Malisa-Stiftung initiierten und von ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1 geförderten Untersuchung der Universität Rostock, haben in der heimischen Fernseh- und Kinowelt die Männer das Sagen, Frauen sind in den Hauptrollen im Verhältnis eins zu zwei deutlich unterrepräsentiert.

Und wenn sie vorkommen, so haben es die Medienwissenschaftler nach der Analyse von rund 3000 TV-Programmen aus 2016 und 1000 Kinofilmen aus der Zeit von 2011 bis 2016 herausgefunden, beschäftigen sich die Darstellerinnen meistens mit Beziehung und Partnerschaft, Stereotype, denen nur schwer beizukommen sei, wie Furtwängler sagte.

Gerster kritisiert »Pilcher«

Dass sie das Gender-Thema unterschätzen, wollen sich Private und Öffentlich-Rechtliche auf keinen Fall nachsagen lassen. So kamen zur Präsentation die Spitzen von ARD und ZDF, Karola Wille und Thomas Bellut. Auch die Geschäftsführer von RTL, Frank Hoffmann, und ProSiebenSat.1, Wolfgang Link, waren dabei. Petra Müller, Chefin der Film- und Medienstiftung NRW vertrat die Fördergremien.

Sie alle sehen Handlungsbedarf, sprechen auch von Fortschritten, wollen in ihren Häusern »Bewusstsein schaffen«. Moderatorin Petra Gerster stichelte in der Runde immer wieder, reagierte verhalten, als etwa der RTL-Chef seinen Sender als »frauenaffin« beschrieb. Ja, da sei noch viel tun, sagte Hoffmann und nannte als Beispiel die Comedy-Serie »Ritas Welt«. Die Protagonistin sei weiblich, aber eben Verkäuferin und nicht Supermarkt-Besitzerin.

Auch ging die »heute«-Moderatorin Gerster mit »Rosamunde Pilcher« hart ins Gericht. In dem Melodram hätten Frauen nur »Liebe im Kopf« und träumten von der »richtigen Heirat«. dpa

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